Falltechniken (Fallübungen)

Keiner mag sie, aber jeder muss sie vor dem ersten Wurf erlernen!
Falltechniken haben den Zweck Verletzungen im Training oder Wettkampf zu vermeiden.
Wenn sie richtig beherrscht werden, sind sie uns auch im täglichen Leben hilfreich.
Die Falltechnik als solche wird nach einer Weile des Übens zu einem Automatismus, der keinerlei aktives Nachdenken erfordert, die Fallübungen werden quasi zu einem Reflex dem wir instinktiv folgen.

Die Anzahl der geübten Falltechniken im Judo ist überschaubar und gliedert sich folgendermaßen:

die Vorwärtsfallübung, bei der der Judoka diagonal über den Rücken fällt, sodass der Kopf zu keinem Zeitpunkt den Boden berührt und er seitlich auf dem Rücken zu liegen kommt. Dieser Teil des Rückens ist bekanntermaßen weich und kann somit die entstehende Energie besser absorbieren als die Wirbelsäule. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, das dem gesamten Unterarm inklusive der Hand der am Boden befindlichen Körnerseite schnell und feste abgeschlagen wird. Hierdurch wird Energie abgeleitet die somit nicht negativ auf den Körper des Fallenden einwirken kann. Diese Übung muss von jedem Judoka links und rechts ausgeführt werden können.

Die Rolle vorwärts entspricht in etwa der Vorwärtsfallübung, wobei die Energie des Abschlagens genutzt wird um wieder auf die Füße zu kommen. Hierfür ist auch eine etwas veränderte Beinhaltung notwendig bei der die Beine möglichst grade und die Füße parallel gehalten werden.

Eine weitere Variante der Vorwärtsfallübung ist der freie Fall welcher von vielen Judoka nicht sonderlich geliebt wird weil hier sehr gute Körperbeherrschung gefordert ist um schmerzfrei zu fallen. Auch das erlernen dieser Fallübung ist unumgänglich, da es je nach Wurfausführung zum Beispiel beim Tai-O-Toshi die einzige Möglichkeit ist die Knie nicht zu überfordern.
Älteren Judoka (ab 30) ist es erlaubt den freien Fall auf einer Weichbodenmatte zu üben bzw. zu demonstrieren. Über die Sinnhaftigkeit lässt sich hier trefflich diskutieren, da es eher unwahrscheinlich ist, das im Randori oder der Kata eine Weichbodenmatte zur Verfügung steht.

Ergänzt werden die aufgeführten Fallübungen durch die seitliche und die Rückwärtsfallübung.
Für alle aufgeführten gilt ohne Ausnahme, dass der Kopf den Boden nicht berührt, auch gilt, dass der Fall nie auf flachem Rücken beendet wird. Die einzige Ausnahme ist die Fallübung rückwärts.

In unserem Verein wurden die Fallübungen noch um die Rolle rückwärts erweitert um auch im Rückwärtsfahren eine Möglichkeit haben schnell aus einer potentiellen Gefahrensituation zu entkommen.

Anmerkung:

In den Schulen und dem dazugehörigen Sportunterricht wird den Kindern eine Turnerrolle bzw. ein Purzelbaum unter Einbeziehung des Kopfes (der Kopf wird aufgesetzt) antrainiert. Hierbei ist zu bemerken, das Turnmatten sehr viel weicher sind als Judomatten oder ggfs. auch der Boden ohne Matte.
Es ist als elementar den Kindern genau diesen Einsatz des Kopfes wieder abzugewöhnen, da hierdurch massive Verletzungsgefahren für Kopf und Wirbelsäule entstehen!

Wichtig:

Speziell für Kinder ist es am Anfang sehr schwierig zu verstehen, warum sie erst Fallen lernen müssen bevor wir dann mit „richtigem“ Judo anfangen.
Dies ist jedoch der einzige Schutz um schwere Verletzungen weitestgehend ausschließen zu können!

Mein ganz persönlicher Wunsch:

Liebe Judolehrer und Trainer verwendet wieder mehr Zeit auf das Erlernen der Fallschule!
Viele Verletzungen im Training und auf Wettkämpfen, sowie im täglichen Leben können hierdurch vermieden werden!
Bushido-Kai - Falltechniken