Die Geschichte des Judo

Die Geschichte des Judo ist nicht ganz einfach darzulegen, da sich um dieses Thema viele Mythen und Geschichten ranken!
Es ist auch nicht wirklich die Entstehung des Judo selbst welche zur Debatte steht, vielmehr sind es die Beweggründe Kano’s das alt hergebrachte und bewährte JuJitsu umzugestalten und die Entstehung eben dieses JuJitsu’s.

In diversen Büchern von und um Jigoro Kano finden sich viele Aussagen, die beschreiben was für Kano die Beweggründe waren Judo zu entwickeln bzw. wie er den Weg zu den Kampfkünsten fand.
In der Literatur über Kano, welche von dritten verfasst wurde finden sich jedoch Aussagen, die eher in die Richtung der Vermutung einzugruppieren sind.
So gibt es z.B. eine Aussage welche erklärt der Deutsche Erwin Bälz habe Kano unterrichtet und ermutigt Judo zu entwickeln.
Es gibt ungesicherte Anzeichen dafür das Erwin Bälz und Jigoro Kano sich in Tokio getroffen haben, mehr aber nicht.

Jigoro Kano war in seiner Kindheit und Jugend eher von schwacher Gestallt, was dazu führte, dass er häufig von anderen in einer Weise behandelt wurde, die wir heute als Mobbing seelisch wie auch körperlich bezeichnen würden.
Er war entschlossen diesen Umstand zu ändern um sich verteidigen zu können.
Nach langer Suche fand er schließlich einen JuJitsu Meister der bereit war ihn zu unterrichten.
Einen solchen Meister zu finden war nicht leicht, da JuJitsu aus der Zeit der Samurai und damit des feudalen Japan war.
Japan jedoch wollte sich modern geben und versuchte zu dieser Zeit alles Althergebrachte auszulöschen.

Kano selbst lernte bei verschiedenen Meistern verschiedenen Stilrichtungen des JuJitsu kennen und erlangte einige Meistergrade dieser Schulen.
JuJitsu war nicht eine einzige Kampfkunst, sondern wurde in Japan in mindestens 16 Schulen auf verschiedenen Art und Weise gelehrt.
Kano extrahierte aus dem was er gelernt hatte die effektivsten Techniken, modifizierte und optimierte diese und stellte diese Sammlung der Techniken unter dem Namen Judo als neue Kampfkunst zusammen.
Kano hatte zu diesem Zeitpunkt nicht die Absicht Judo als reinen Sport zu etablieren oder aber die Techniken so zu entschärfen, das die Anwendung derer ungefährlich würde.
Vielmehr ermutigte er nach der Gründung des Kodokan die Schüler dazu Techniken aus anderen Kampfkünsten zu erlernen und zu üben. So ist überliefert, das am Kodokan Kendo (der Stockkampf) und Iaido (das führen des Katana - japanisches Langschwert der Samurai) geübt wurde.

Kano’s beruflicher Werdegang führte ihn in die Pädagogik. Er wurde Lehrer an verschiedenen Schulen und Universitäten.
Hier fiel ihm auf, dass es in Japan keinen Sportunterricht wie im Westen gab. Um diesem Umstand entgegenzuwirken etablierte er an einigen Schulen und Universitäten Judo als „Schulsport“.

Judo hat JuJitsu in Japan völlig verdrängt!
Bushido-Kai - Die Geschichte des Judo