Bushido

Das Bushido (Weg des Kriegers – Bushi = Krieger, do = Weg), beschreibt den Verhaltenskodex der Samurai (Ritter) im feudalistischen Japan.
Es umfasste den Verhaltenskodex als auch die Philosophie nach der der japanische Militäradel erzogen und seinem Lehnsherren verpflichtet war.
Das Bushido beschrieb den unabdingbaren Gehorsam des Samurai gegenüber seinem Herren, dies ging soweit, dass der Samurai seine Treue mit dem eigenen Leben bezeugte.
Ein Samurai der eine Schlacht überlebte, bei welcher sein Herr fiel, konnte nach den Regeln des Bushido seine Ehre nur retten indem er Seppuku (rituellen Selbstmord) beging.
War er hierzu nicht in der Lage oder nicht Willens wurde er zum Herrenlosen Samurai, einem Ronin. Für Ronin hatte das Bushido keinerlei Bedeutung mehr, das Sie ehrlos waren und demzufolge keinem Kodex mehr unterlagen.
Die ethnischen und philosophischen Grundlagen des Bushido sind im Shintoismus bzw. dem Konfuzianismus zu finden.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts schrieb Inazo Nitobe sein Werk mit dem Namen Bushido in welchem er versuchte die Tugenden, den Kodex und die daraus resultierenden Konsequenzen für die Samurai niederzuschreiben.

Nitobe zufolge ist Bushidō ein ungeschriebener Kodex:
„Bushidō ist also der Kodex jener moralischen Grundsätze, welche die Samurai beachten sollten. Es ist kein in erster Linie schriftlich fixierter Kodex; er besteht aus Grundsätzen, die mündlich überliefert wurden und nur zuweilen aus der Feder wohlbekannter Samurai oder Gelehrter flossen. Es ist ein Kodex, der wahrhafte Taten heilig spricht, ein Gesetz, das im Herzen geschrieben steht. Bushidō gründet sich nicht auf die schöpferische Tätigkeit eines fähigen Gehirnes oder auf das Leben einer berühmten Person. Es ist vielmehr das Produkt organischen Wachsens in Jahrhunderten militärischer Entwicklung.“


Verhaltenskodex und Philosophie

Bushidō ist eine Weiterentwicklung der Philosophie des Budō, die auf die Tätigkeit und Aufgaben eines Samurai abgestimmt wurde. Sie beschäftigt sich hauptsächlich mit der absoluten Loyalität des Samurai bzw. bushi gegenüber seinem Lehnsherren (Daimyō) und der Bereitschaft, für diesen und die Werte des Bushidō sein Leben zu lassen. Die Samurai genossen ein hohes Ansehen, nicht zuletzt weil der Kriegerstand in mehreren Epochen der Geschichte zur führenden Gesellschaftsschicht des Landes aufgestiegen war.
In den Lehnsschulen der Edo-Zeit erwarben die Söhne der Samurai-Familien neben ihrer Ausbildung in Kampfkünsten eine für ihre künftige Tätigkeit unabkömmliche Schulung in klassischer Literatur, Philosophie, Geschichte, Kalligraphie, Konfuzianismus usw.(
文武両道bumbu ryōdō, dt. beide Wege von Literatur und Krieg(skunst)).
Unter den Tugenden spielten nach Nitobe sieben eine wichtige Rolle im Selbstverständnis vieler Samurai. Besonders öffentliche, mit dem Verlust des „Gesichts“ (
mentsu) verbundene Verstöße gegen diese Tugenden wurden als unehrenhaft empfunden. In schwerwiegenden Fällen, bisweilen auch auf Anordnung des Lehnsherrn, kam es zum rituellen Suizid (Seppuku) als Zeichen der Reue und Sühne.

Die sieben Tugenden

  1. Gi (): Aufrichtigkeit, Gerechtigkeit, Rechtlichkeit
  2. Yu (): Mut
  3. Jin (): Menschlichkeit
  4. Rei (): Einhaltung der Etikette, Höflichkeit
  5. Makoto () oder Shin (): Wahrheit, Wahrhaftigkeit, Unverfälschtheit
  6. Meiyo (名誉): Ehrbewusstsein
  7. Chūgi (忠義), auch Chū (): Loyalität, Pflichtbewusstsein, Treue

Die fünf Hauptforderungen

Die fünf Hauptforderungen des Bushidō, die auch unter dem Begriff Dōjōkun zusammengefasst werden, waren:

Treue
Treue gegenüber deinem Herrscher und Heimatliebe
Treue und Achtung vor den Eltern
Treue zu dir selbst, Fleiß

Höflichkeit
Liebe
Bescheidenheit
Etikette

Tapferkeit
Härte und Kaltblütigkeit
Geduld und Ausdauer
Schlagfertigkeit

Offenheit und Aufrichtigkeit
Ehrgefühl
Gerechtigkeit

Einfachheit
Reinheit

Manche religiös orientierte Schriften ordnen den Bushidō auch in sieben Tugenden entsprechend den sieben großen Kami des Shintō: Ehrlichkeit, Mut, Mitgefühl, Höflichkeit, Ehrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Loyalität.